Kerstin Mahel Praxis für Physiotherapie & Krankengymnastik - Zähringer Straße 349, D-79108 Freiburg
Tel: 0761-52552 - Email:   info@bitte-entfernen.praxis-mahel.de< - Webseite: praxis-mahel.de - © Kerstin Mahel. Alle Rechte vorbehalten.

Therapieziele bei Erwachsenen mit R.A.

Der Schmerzkreislauf als Leitsymptom

Zu Beginn der Erkrankung manifestiert er sich über schmerzende, geschwollene und oft überwärmte Gelenke. Belastung und Bewegung schmerzen. Das Gelenk wird in einer Schonhaltung gehalten. Dabei werden andere Gelenke ebenfalls überlastet. Die Muskeln stellen die Schonhaltung ein und wenn die Entzündung anhält, dann entwickelt sich aus einer Schonhaltung eine Fehlstellung. Diese führt erneut zu Überlastung und Schwellung.

Die Therapie im akuten Stadium

Foto

Ziel ist Schmerzlinderung, Erhalt der Beweglichkeit (nicht immer unbedingt), Rückgang der Schwellung, Überwärmung und Entzündung

  • Entlastung der Gelenke (spezielle Arthritiker-Gehstöcke oder Schienen - je nach betroffenem Gelenk)
  • Kühlen der Gelenke: am wirksamsten sind Quarkumschläge (30 - 60 Minuten Einwirkzeit), ansonsten Eispackungen oder kühle Kidney-Bohnen für die Hände
  • Bewegen ohne Belasten: das betroffene Gelenk wird durch Therapeuten oder den Patienten selbst passiv bis aktiv-assistiv durchbewegt. Abnahme der Eigenschwere ist dabei sehr wichtig, unterstützend kann hierbei der Schlingentisch, ein Rutschbrett oder Wasser sein.

Beweglichkeit eines Gelenks erhalten oder anstreben - mit Ausnahmen!

Foto

Da sich bei R.A. oftmals eine Instabilität der Gelenke entwickelt, weil die Bänder durch die Erkrankung nicht mehr ihrer Funktion gerecht werden können, ist eine Mobilisierung nicht immer hilfreich. Bei bestimmten Gelenken ist eine bessere Funktion gewährleistet, wenn sie in einer günstigen Stellung steifer werden (z.B. Handgelenk, Fingergelenke, Halswirbelsäule). Für Gelenke, die eher zur Einschränkung neigen, gilt folgendes Schema:

Foto

  • Passives bis aktiv-assistives Durchbewegen
  • Dehnen von Muskeln (wenn möglich, über das weniger betroffenen Gelenk)
  • Lagerung
  • Aktive Übungen, die das Gelenk aber nicht zusätzlich belasten. Dazu müssen zuerst die Muskeln entspannt werden, die in die Schonhaltung ziehen und danach die Muskeln aktiviert werden, die aus der Schonhaltung herausspannen können

Fehlstellungen vorbeugen und beseitigen - aktiver und passiver Gelenkschutz

Foto

  • Frühe und langdauernde Entlastung des Gelenks - ausgesuchte Bewegungsformen sind je nach Gelenkbefall geeignet (oft geht Radfahren, Schwimmen, Walking und Gymnastik gut)
  • Einsatz von Schuheinlagen, Schuhzurichtungen, Nachtschienen für Hände, Funktionsschienen, Fingerschienchen, Einsatz von Schreibhilfen u.ä.
  • Einsatz von Funktionshilfen wie elektrischer Dosenöffner, großer Schlüsselring, Bärchen-Klammern usw.
  • Vermeiden von gelenkbelastenden Haltungen und Tätigkeiten. Dazu gehören Kniestand, Vierfüßlerstand, Zehenspitzenstand, Kniebeugen, Treppensteigen. Ungünstig sind langer Zug auf Gelenke, Widerstände geben oder Gewichte an Gelenke hängen. Auswringen von Putzlappen, Gartenscheren-Einsatz, kneten usw. sollten vermieden werden.
  • Einüben von physiologischen Bewegungsabläufen wie Beinachsentraining, Koordinationsschulung Fuß-Knie-Hüftgelenk, Rückenschule, Greifen über bestimmte "gute", d.h. gelenksichernde Griffe, Vermeidung des Einsatzes von langen Hebeln usw.

Therapieziele bei Kindern mit JIA

Verschiedene Untergruppen der Juvenilen, idiopathischen Arthritis

Um zielgerichtet behandeln zu können, muß zunächst bekannt sein, welcher der 5 Subgruppen der JIA das zu behandelnde Kind angehört.

Der Schmerzkreislauf als Leitsymptom - später auch ohne Schmerz!

Zu Beginn der Erkrankung manifestiert er sich über schmerzende, geschwollene und oft überwärmte Gelenke. Diese werden nicht mehr belastet. Das Kind macht Ausweichbewegungen. Dabei werden andere Gelenke ebenfalls überlastet. Die Muskeln stellen die Schonhaltung ein und wenn die Entzündung anhält, dann geht die Schonhaltung in eine Fehlstellung über. Kinder klagen oft nur anfangs über Schmerz - deshalb ist die Angabe von Schmerzfreiheit kein verläßlicher Hinweis darauf, ob das Gelenk entzündet ist oder nicht!

Die Therapie im akuten Stadium

Foto

Ziel ist der Erhalt der Beweglichkeit, Rückgang der Schwellung, Überwärmung und Entzündung

  • Entlastung der Gelenke über Dreirad, Münsterpferdchen, Fahrrad, Gehstöcke oder Schienen - je nach Alter und je nach betroffenem Gelenk
  • Kühlen der Gelenke: am wirksamsten sind Quarkumschläge (mind. 30 Minuten Einwirkzeit), ansonsten Eispackungen, am besten eingenäht in Stoffhüllen, damit sie dem jeweiligen Gelenk umgebunden werden können
  • Bewegen ohne Belasten: das betroffene Gelenk wird durch Therapeuten, Eltern und ggf. das Kind selbst passiv bis aktiv-assistiv durchbewegt. Abnahme der Eigenschwere ist dabei sehr wichtig, unterstützend kann hierbei der Schlingentisch sein.

Die volle Beweglichkeit eines Gelenks erhalten oder anstreben

Foto

  • Passives bis aktiv-assistives Durchbewegen
  • Dehnen von Muskeln (wenn möglich, über das weniger betroffenen Gelenk)
  • Lagerung
  • Aktive Übungen, die das Gelenk aber nicht zusätzlich belasten. Dazu müssen zuerst die Muskeln entspannt werden, die in die Schonhaltung ziehen und danach die Muskeln aktiviert werden, die aus der Schonhaltung herausspannen können

Fehlstellungen vorbeugen und beseitigen - aktiver und passiver Gelenkschutz

Foto

  • Frühe und langdauernde Entlastung des Gelenks - Sport muß meist über längere Zeit eingeschränkt werden
  • Einsatz von Schuheinlagen, Nachtschienen für Hände oder Knie, Funktionsschienen z.B. zum Schreiben, Einsatz von Schreibhilfen u.ä.
  • Vermeiden von gelenkbelastenden Haltungen und Tätigkeiten. Dazu gehören: Hocke, Fersensitz, Kniestand, Vierfüßlerstand, Zehenspitzenstand. Hüpfen, Springen, Rennen, Abstoppen, Kniebeugen, Treppensteigen. Langer Zug auf Gelenken, Widerstände geben oder Gewichte an Gelenke hängen.
  • Einüben von physiologischen Bewegungsabläufen wie Beinachsentraining, Koordinationsschulung Fuß-Knie-Hüftgelenk o.ä.